Mittwoch, 18. Januar 2017

Rishikesh - Am Fusse des Himalayas

Sooo, nachdem ich lange Zeit nicht wirklich die Zeit fand, um in das Internet zu gehen und zu schreiben, finde ich sie heute ein wenig. Nach unserer Zeit im Sueden Indiens, fuhren wir noch einmal zurueck nach Hampi um auf ein Rainbow Gathering, eine Art Festival zu gehen. Nach ungefaehr einer Woche in der Naehe Hampis, ging es mit dem Bus nach Harydwar (einer der saubersten Staedte Indiens, die ich je sah) und von dort aus fuhren wir mit dem Zug nach Varanasi.
Varanasi liegt direkt am Ganges und ist eine der fuenf heiligsten Staedte Indiens. Varanasi wurde von Shiva gesegnet... trotzalledem fuehlt es sich anfangs eher so an, wie ein kleineres Delhi. Jeder moechte dir etwas verkaufen, jeder moechte dich irgentwo hinfuehren, jeder bettelt...schlussendlich traut man niemandem mehr. Heiliges Varanasi!  Ausserdem war es fuer uns viel zu kalt. Nur 20 Grad? Ich brauchte einen Pullover und eine dicke, lange Hose. Dazu schliefen wir mit drei Decken in der Nacht, in der es auch schonmal 5 Grad werden konnten. Schock Pur!
Johanna und ich lebten ca 5 Tage in Varanasi. Ich hatte ziemliche Magenprobleme und schlief viel. Aber einmal waren wir in einem riesigen Tempelviertel und zweimal besuchten wir Ghats am Ganges. Wir besuchten auch den Ort, an dem die verstorbenden Menschen verbrannt wurden. Die loderden Feuer gehen niemals aus, und die Kaste der Verstorbenden bestimmt, auf welcher Ebene des treppenartig angelegten Arsenals sie verbrannt wurden. Frauen sind dort grundsaetzlich verboten, denn sie Weinen angeblich mehr auf Beerdigungen, als es Maenner tun. Weinen ist dort auch verboten, warum, hat sich mir allerdings nicht offenbart.

After Varanasi ging es nach Rishikesh, weiter in den Norden. Unser Zug sollte um 2 Uhr Nachts fahren, letzendlich fuhr er um 6 Uhr. Johanna und ich schliefen auf dem Bahnhof ein, und verpassten beinahe den Zug.
Aber: Hoeher, Kaelter, Ueberraschung! Im Zug lernten wir eine tolle Sigh Familie kennen, die uns daraufhin direkt zu sich nach Hause einlud.Wir fuhren vom Bahnhof in Haridwar mit der Familie zu deren Haus auf dem Dorf (ca eine Stunde entfernt). Die Familie zahlte unsere Busfahrt, und umpflege uns. Johanna und ich waren beide wieder sehr krank. Das Zugessen schlug uns vermutlich immernoch auf den Magen. Wir besuchten grosse Gurudwadas, die Tempel der Sighs. Ausserdem wurden wir wie zwei Toechter in das Familienleben integriert. Als wir krank waren, versuchte sogar die Grossmutter uns mit Hindi-Worten und Puste-Zauber zu heilen. Einmal wurden auch magische Chillis ueber mich geschwungen...nach 4 Tagen ging es uns dann auch tatsaechlich besser, vielleicht aufgrund all des Zaubers.
Nach den 4 oder 5 Tagen bei der tollen Sigh Familie, fuhren wir dann wirklich nach Rishikesh. Mit dem Bus fuhren wir am Fusse des Himalayas und manchmal auch mitten durch, wir waren schnell in Rishikesh.

Wir leben bei Intern ueber Couchsurfing, und haben sogar ein eigenes Zimmer- ganz fuer umsonst. In Rishikesh feierte ich auch ein wenig meinen Geburtstag. Johanna und ich gingen etwas schicker essen, auch wenn wir kaum passende Kleidung dafuer hatten, und Abends spielte sie ein Gitarrenkonzert fuer mich. So schnell wird man 20... da fragt man sich einmal mehr, was eigentlich alles 20. Jahre alt wird. Die Computermaus in meiner Hand? Oder die Steckdose links neben mir..oder vielleicht aber der Fussbode...?
Aufjedenfall habe ich unglaublich viel erlebt in meinem letzten 19ten Lebensjahr, wohl mehr als die Computermaus hier.
Mal sehen wo die Reise mich hinfuehrt.

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